Wie die Bernsteine ins Meer von Litauen kamen

Jurate und Kastytis


Die Geschichte ist von Version zu Version sehr unterschiedlich. Die grundlegenden Fakten aber sind die selben.

Die Göttin Jurate (in einigen Geschichten "Meerjungfrau" genannt), deren Name auf dem litauischen Wort jura für Meer beruht) lebte tief in der Ostsee in einem wunderschönen Bernsteinschloss. Sie regierte das Meer und all seine Bewohner. Ein junger Fischer mit dem Namen Kastytis störte diesen Frieden, als er sehr viele Fische fing. Jurate beschloss, ihn zu bestrafen und den Frieden wiederherzustellen, verliebte sich aber in den gutaussehenden jungen Mann. Sie lebten eine Weile lang glücklich im Bernsteinschloss, aber Perkunas, der Donnergott der litauischen Mythologie, erfuhr, dass die unsterbliche Göttin sich in einen Sterblichen verliebt hatte. Er tobte vor Wut und zerstörte das Bernsteinschloss mit einem Blitz, sodass nur Millionen kleiner Bernsteinstückchen übrigblieben. Jurate ließ er am Meeresgrund entweder an die Ruinen oder einen Fels ketten. Laut der Legende ist dies der Grund für die Bernsteinstückchen, die noch heute nach einem Sturm an die Strände der baltischen Länder gespült werden.

Andere Versionen erzählen, dass Jurate Kastytis gerettet habe, als er in einem Sturm zu ertrinken drohte, dass Kastytis später von dem wütenden Perkunas getötet wurde und dass Jurate den Tod ihres Liebhabers bis heute beweint. Nach diesen Versionen sind es ihre Tränen, die zu Bernsteinstückchen gehärtet an Land gespült werden, und dass man in Sturmzeiten noch heute ihr Weinen hören kann. Einige Versionen präzisieren, dass Kastytis aus dem kleinen Fischerdorf Sventoji nördlich von Palanga stammte.

<< zurück - back