Inhalt:
Das Comenius-Team:Ahlers, Kristin (Zeichnungen) Beck, Marcel (Layout) Büker, Nadine (Zeichnungen) Gillis, Catherine (Ass.) Henkel, Friederike Jütten, Juliane Keuthage, Gregor (Layout) Rempel, Sabine Schmidt, Werner (Ass.) Sinemus, Nadine Szeponik, Andrea Weitekamp, Elena
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1.
Erfundene Sagen, die sich um geheimnisvolle Orte in Büren
und Umgebung ranken. Das MarienbildVersteckt zwischen beiden Teichen hinter dem ehemaligen Jesuiten-Kolleg befindet sich, zwischen Strauchwerk verborgen, ein älteres Marienbild Vor langer Zeit spielten einmal zwei kleine Kinder auf den zugefrorenen Teichen hinter dem Jesuitenkolleg. Es war mitten im Winter und die Eisschicht war anscheinend dick genug um darauf Schlittschuh zu laufen. Plötzlich brach aber das Eis und die beiden Kinder fielen ins eiskalte Wasser. Sie konnten zwar nach einiger Zeit noch aus dem Wasser gezogen werden, aber aufgrund der erlittenen Erfrierungen verstarben sie nach wenigen Tagen. Um andere immer an dieses furchtbare Geschehen zu erinnern, befestigte ein Jesuiten-Pater ein Marienbild an einen Baum, der ganz in der Nähe der beiden Teiche stand. Auch heute noch kann man das aus Holz geschnitzte Bildnis sehen. Es hat "zwei Gesichter": die eine Gesichtshälfte lächelt, die andere aber scheint zu weinen. Außerdem ist das Marienbild nur im Winter zu sehen, da dann keine anderen Pflanzen das Marienbild verdecken. So
warnt es den Vorübergehenden vor den Gefahren, die die geschlossene
Eisdecke der Teiche in sich birgt. Christina Büker |
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Hinter dem Jesuiten-Kolleg überspannt eine schmale Brücke, die das Gebäude mit dem Teichgarten verbindet, den Mühlengraben. Häufig werden dort auch Brautpaare, die sich in der wunderschönen Jesuitenkirche das Ja-Wort geben, fotografiert.
Eine alte Legende erzählt, dass die Paare, die gemeinsam die Brücke überschreiten, ein Leben lang für einander bestimmt seien. |
Der Adam- und Eva-Baum
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Am Zusammenfluss von Alme und Afte befinden sich zwei alte Lindenbäume, die im Volksmund auch "Adam- und Eva-Baum" genannt werden.
In Büren, dort, wo Alme und Afte miteinander verschmelzen, traf sich des öfteren ein verliebtes Paar. Die Familien waren jedoch gegen diese Liebe. Vor längerer Zeit hatten die beiden Familien sich bei einem Streit gegeneinander verschworen. Doch nach dem nachfolgenden, sehr traurigen Geschehen sollten sie sich wieder vereinen. Am Abend des 14. Februars traf sich das verliebte Paar erneut, um den Valentinstag zu feiern. Diesmal wurden sie aber von ihren Vätern verfolgt. Sie bemerkten in der Abenddämmerung nicht, wie sich die Väter anschlichen. Als die Väter wie aus dem Nichts heraussprangen, erschrak sich das Pärchen so sehr, dass sie vor Schreck erstarrten. Die Väter versuchten ihre Kinder wieder zurück ins Leben zu bringen, doch es war vergebens. Da weinten die Väter bitterlich. Ihre Tränen fielen auf die Füße ihrer Kinder, und in diesem Augenblick umhüllte Rinde die beiden Verliebten. Von diesem Tage an stehen dort zwei große Lindenbäume. Die Äste haben sich nach all den Jahren ineinander verschlungen, als Zeichen dafür, dass die Liebe eine Ewigkeit lang hält. Christina Büker |
2. Überlieferte Sagen, die im Kern erhalten wurden, aber spannender erzählt werden
Die Bürener BlutstraßeNoch heute erzählt man sich in Büren folgende Geschichte: Eines Abends, als es schon anfing zu dämmern und keine Menschenseele auf den Straßen unterwegs war, machte sich eine junge Jüdin auf den Weg zur Kirche. Dort huschte sie schnell vorne zum Altarraum, brach den Tabernakel auf und steckte ein paar geweihte Hostien in ihre Tasche und verschwand. Zuhauseangekommen zögerte sie nicht lange und durchstach eine Hostie mit einem Messer. Wie durch ein Wunder soll nun Blut aus dem Leib Christi geströmt sein. Verzweifelt soll die junge Jüdin versucht haben es aufzuhalten, aber es lief immer weiter und weiter, bis auf die Straße, wo auch andere Bürger es sehen konnten. Schnell war klar, wer es getan hatte. In der folgenden Nacht ermordeten Bürener Bürger die junge Jüdin und ihre Verwandten. Die Legende ist historisch aber falsch und soll sich ganz anders zugetragen haben: Wie in jeder Stadt und in jedem Ort lebten auch im kleinen Dorf Büren damals im Mittelalter die Juden abgegrenzt von den anderen Einwohnern. Die wenigen Juden, die in Büren lebten, hatten ihre kleinen Häuser nahe des Marktplatzes in Büren aneinandergereiht stehen. Sie hatten bescheiden eingerichtete Häuser und trafen sich oft um miteinander zu reden. Doch bis auf die anderen Juden hatten sie keine Freunde. Wenn sie einmal in der Stadt waren, ernteten sie nichts mehr als feindliche Blicke. Die Bürener Bürger waren meist ärmliche Bauern, die eine große Familie ernähren mussten und von der Landwirtschaft lebten. Doch oft fiel die Ernte schlecht aus und nicht selten kam es vor, dass die Bürener Bürger Hunger litten. Die Juden dagegen lebten größtenteils vom Handel. Sie hatten Handelsverbindungen zu anderen Händlern in Großstädten geknüpft und führten so ein recht sorgloses Leben. Doch was nützten ihnen die guten Handelsgeschäfte, wenn sie in der Gesellschaft erniedrigt wurden. Nach einigen Jahren, in denen der Neid und der Hass zwischen den Bürener Bürgern und den Juden weiter stieg, verbreitete sich eines Morgens die Nachricht, dass alle Juden am vorigen Abend ermordet worden und leblos in ihren Wohnungen aufgefunden worden seien. Als Strafe für den Mord an den Juden mussten die Bürener Bürger eine kleine Sühnekapelle im Auftrag des Bischofs von Paderborn errichten. Nachdem diese aber abgebrannt war, bauten die Bürener Bürger eine neue Kapelle im Barockstil auf, die noch heute in der ehemaligen Judengasse an die Juden erinnert. Doch die Inschrift erinnert mit den Worten: "Zu Ehren des Altarsakramentes und zur Wiederbelebung der Erinnerung an das eucharistische Wunder, das an dieser Stelle gegen die Juden geschah," nicht an den unschuldigen Tod der Juden, sondern an den Judenhass der Bürener Bürger. Judit Schultewolter / Hanna Menne
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Spukende NonnenAm ehemaligen Mühlengraben in Büren, am Bachlauf der Alme, befanden sich früher 3 Mühlen. 2 Mühlen, die Mittel- und die Niedermühle, sind bis heute erhalten geblieben. |
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In der Mittelmühle in Büren lebte einst ein armer Müllersmann. Er hatte nicht viel, nur sein tägliches Auskommen mit seiner Mühle. Die Mühle war sein Ein und Alles. Am Tag vor Nikolaus hatte der Müllersmann seine Schuhe vor die Mühle gestellt, in der Hoffnung, dass der Heilige Nikolaus ihm ein paar Taler oder etwas Süßes in die Schuhe legen würde. So gegen halb vier in der Nacht wurde er von einem lauten Schuchzen aus dem Schlaf gerüttelt. |
Der Müllersmann dachte, es wäre ein netter Mann, der sich als Nikolaus verkleidet hätte und nun mit einem Beutel voll mit Süßem durch die Straßen zöge, um die Stiefel armer Leute zu füllen. Deshalb öffnete er das Fenster um nachzusehen, wer dort draußen diese Geräusche verursachte. Als der Müllersmann das Fenster geöffnet hatte, versuchte er sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Nachdem
sich dann seine Augen an die Dunkelheit angepasst hatten, schaute er
sich um. Nebelschwaden zogen über den Weg vor der Mühle,
doch niemand war zu sehen. Da hörte er es schon wieder, dieses
Schluchzen. Als er an der Brücke ankam, entdeckte er zwei weiße Gestalten. Diese winkten den Müllersmann zu sich. " Wir
sind zwei arme Nonnen, die nicht in Frieden ruhen können",
erklärte eine der Nonnen mit zarter Stimme. " Du bekommst auch ein Viertel des Geldes, was du es zum heiligen Grab bringst", fügte die Nonne mit einer zarten Stimme hinzu. Doch der Müllersmann lehnte das Angebot ab: "Nein, meine Damen. Ich bleibe lieber hier, bei meiner Mühle. Wer soll sie denn in der Zeit, in der ich nicht da bin, übernehmen? Da wüsste ich mir nicht weiterzuhelfen." Mit diesen Worten wand sich der Müllersmann von den Nonnen ab und verschwand in seiner Mühle. So kann man noch heute gelegentlich zur Nikolausnacht das Schluchzen der zwei weißen Nonnen auf der Brücke hören, die immer noch auf ihre Erlösung warten. Christina Büker |
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Das Spinnweib vom OkentalCa. 5 km südöstlich von Büren entfernt befindet sich das Okental. Hier stehen nur vereinzelte Häuser und man erzählt sich im Volksmund die „Geschichte vom Spinnweib im Okental“. |
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Einst lebte im Okental ein Spinnweib. Ihr Haus war alt und sie lebte mit ihrer Katze allein dort. Es war ein Fachwerkhaus und sie hatte nur drei Nachbarn, denn sie lebte hier weit entfernt von der Ortschaft Hegensdorf. Weit und breit waren nur Felder zu sehen. Seit ihr Mann verstorben war, spann wie besessen.In der Nacht vor Ostern tobte ein schreckliches Gewitter. Die Läden klapperten vor den Fenstern und die alte Eiche vor dem Nachbarhaus bog sich im Wind. Die Frau saß in einem kleinen Raum, der nur von drei Kerzen und dem Kamin erhellt wurde. Eine Kerze stand auf dem Spinnrad, eine auf der alten Standuhr und eine auf einem kleinen, runden Tisch, der nahe am Fenster stand. Es war bereits halb elf in der Nacht zu Ostern. |
Die Katze zog sich ganz plötzlich vom Kaminfeuer in eine Ecke zurück und rollte sich zusammen. Mit einem lauten Krachen schlug der Blitz in die alte Eiche ein, sodass die Frau zusammenzuckte. Mit einem Blick auf die alte Standuhr sah das Spinnweib, dass es nun schon halb zwölf war, aber sie wollte das Garn noch zu Ende spinnen. Dann erloschen die Kerzen und im Kamin war jetzt nur noch Glut zu sehen. Die Zeit schritt voran, doch die Frau spann weiter. Plötzlich war es totenstill, das Donnern erstummte, sodass sie die Kirchenglocken von Hegensdorf hören konnte, die zur Osternacht läuteten. Doch sie dachte sich nichts dabei. Sie spann und spann weiter. Unvermittelt ließ das Spinnweib die Spindel auf den Boden fallen, als eine tiefe Stimme brummte: „Was hast du getan? Du hast das 3. Gebot gebrochen! Nun sollst du spinnen bis zum Jüngsten Tag.“ Noch heute kann man gelegentlich um 12 Uhr nachts im Okental das Rattern des Spinnrades hören. Carina Peveling |
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Der Wildschütz Klostermann im Ringelsteiner Wald
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Obwohl es strengstens verboten war, schoss der Wildschütz Klostermann oft Wild. Das geschossene Wildbret teilte er mit den Armen, die es sich nicht leisten konnten ihre Nahrung zu kaufen. Er rettete sie somit vor dem Verhungern. Die Familien waren ihm sehr dankbar dafür. Doch der Wildschütz Klostermann musste ständig um sein Leben bangen und war ständig auf der Flucht. Nacht für Nacht wurde es kälter, die Weihnachtszeit hatte begonnen. Wie auch in den Jahren zuvor konnte der Wildschütz die Weihnachtszeit nicht genießen und musste allein durch die heimischen Wälder ziehen. |
Aus dem Wald heraus sah er eines Tages kurz vor Weihnachten das Dorf Harth und die Leute, die sich auf Weihnachten vorbereiteten. Hin und wieder kam ein leichter Duft von gebackenen Plätzchen herüber. Der Heiligabend näherte sich und die Kinder waren von Tag zu Tag aufgeregter. Der Schütze Klostermann dagegen war traurig ; er musste dieses Mal alleine Weihnachten verbringen. Am nächsten Tag war Heiligabend. Der Wildschütz jagte den ganzen Tag, doch er erlegte nur einen kleinen Hasen. Der Abend kam näher, die Dämmerung brach herein. Das Läuten der Glocken war nicht zu überhören. Die Familien gingen in die festlich geschmückte Kirche und zündeten eine Kerze an. Als der Wildschütz den Kirchenchor fröhlich singen hörte, kamen ihm die Tränen. Er musste an die Zeit zurückdenken, als er noch ein Kind war: Wie groß war die Vorfreude und wie erfreute ihn das Backen der Plätzchen und das Schmücken des Tannenbaums. In seinen Gedanken dachte er zurück an das leckere Weihnachtsessen, das die Mutter mit großer Mühe zubereitet hatte. Der Wildschütz hielt seine Hände über die wärmende Kerze, die seine Hände wieder auftauen ließ. Denn es war bitterkalt draußen. Dem Wildschütz wurde traurig ums Herz. Er fühlte sich so, als wenn er nicht dazu gehören würde und allein bleiben müsste, während die anderen fröhlich feierten. Nach der Messe machte er sich mit gesenktem Kopf wieder auf den Weg zurück in den Wald. Dabei traf er eine Frau aus ärmlichen Verhältnissen. Die Frau war voller Mitleid mit dem Schützen Klostermann und lud ihn ein mitzukommen. Die Augen des Wildschützen strahlten. Voller Dankbarkeit kam er mit. In dem warmen Häuschen fühlte er sich wie damals zu hause. Die Kinder freuten sich auf die Geschenke. Der Wildschütz und die Familie aßen gemeinsam die Weihnachtsgans. Der Wildschütz Klostermann freute sich so sehr, dass er der Familie gar nicht genug danken konnte. Die Nacht verbrachte er bei der Familie und bevor er einschlief, dachte er an den Tag zurück und schlief mit einem seligen Lächeln ein.
Indra Becker |
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Unterwegs im Molmschen Wald1Ca. 2 km östlich der Ortschaft Weiberg befindet sich ein Waldstück, das den Namen „Molmscher Wald“trägt. Dort befinden sich 2 Kreuze, die an zwei Todesfälle erinnern sollen.Das „Klaus´ Kreuz“ erinnert an einen Förster mit Namen Klaus, der vor mehr als 200 Jahren in seinem Blute liegend an jener Stelle tot aufgefunden wurde. Der (oder die) Täter blieben unerkannt und konnten nicht vor Gericht gestellt werden. Kaum 500 m von dieser Mordstelle entfernt kommt man zum „Lettenkreuz“. Dort kam im Jahre 1946 ein hoher Staatsbeamter der lettischen Forstverwaltung zu Tode. Vor den heranrückenden Sowjets war er aus seiner Heimat, dem Baltikum, geflüchtet und gelangte, nachdem er alles verloren hatte, ins Bürener Land. Als Wohnung erhielt er ein Zimmer im damaligen Forsthaus Ringelstein. Gelegentlich holten die hiesigen deutschen Forstleute ihren lettischen Kollegen aus der Einsamkeit heraus und luden ihn zur Jagd ein. Eines Tages beteiligte sich der lettische Gast an der Nachsuche nach einem krankgeschossenen Stück Rotwild. Als er den steilen Hang vom Nettetal heraufgestiegen war, erlag er dort, wo jetzt das Kreuz steht, einem Herzanfall. Folgt man dem Weg, gelangt man zum „Russenstein“, der an russische Kriegsgefangene während der Zweiten Weltkrieges erinnern soll. Im Sommer 1943 arbeiteten hier zehn Gefangene, die vom Forstbetrieb angefordert waren, um die durch Krieg ausgefallenen Angestellten zu ersetzen. Jeden Morgen kamen die Gefangenen, so schnell sie konnten, den steilen Bergweg herauf, der von ihrer Sträflingsunterkunft in einer alten Papierfabrik in den Wald führte. Die Russen wurden hauptsächlich zum Waldwegebau eingesetzt; sie fertigten die Trasse für eine Straße durch den Wald bei Weiberg um danach einen befestigten Weg anzulegen. Als die Arbeiter auf einige größere Gesteinsbrocken stießen, ließ der Revierförster diese zu einer Art Pyramide auftürmen. Daneben wurden anschließend zwei kleine Lebensbäume gepflanzt, die heute mächtig groß geworden sind. So erinnert der Russenstein an die Geschehnisse im Krieg vor mehr als 60 Jahren. |
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1 Vgl auch die Ausführungen in den „Weiberger Heimatschriften“, Heft 7, 2001