Eppelein von Gailingen


Auf der Burg in Nürnberg sieht man auf der Mauer der Bastei den Abdruck eines Pferdehufes im Stein. Die Sage erzählt dazu:

Eppelein von Gailingen war ein gefürchteter Raubritter. Wenn die reichen Nürnberger Kaufleute ihre Waren heranführten, überfiel Eppelein die Warenzüge, raubte ihnen die Waren und warf die Kaufleute so lange in sein finsteres Burggefängnis, bis sie für ein hohes Lösegeld bezahlt wurde. Lange versuchten die Nürnberger den schlauern Raubritter zu fangen, aber er konnte ihnen immer wieder entwischen. Endlich, endlich fingen sie ihn. Er sollte zur Strafe für seine Raubzüge gehängt werden.

Auf der Burg stand schon der Galgen bereit und die Nürnberger fragten ihn nach seinem letzten Wunsch. „Ich möchte noch einmal auf meinem treuen Pferd sitzen!“, antwortete der Ritter. Sie erfüllten ihm den Wunsch, denn seine flucht schien unmöglich. Auf drei Seiten standen bewaffnete Soldaten und auf der vierten Seite fiel die mächtige Mauer viele Meter tief senkrecht in den Burgraben hinab.Als aber Eppelein auf seinem Pferd saß, gab er ihm die Sporen und setzte mit einem gewaltigen Sprung über die Burgmauer in den Wassergraben hinab. Bevor die überraschten Nürnberger wusste, wie ihnen geschah, war Eppelein längst wieder über alle Berge. Sein mutiger Sprung brachte ihm die Freiheit.
Die Nürnberger aber wurden im ganzen Land tüchtig ausgelacht und verspottet, weil ihnen Eppelein doch wieder entwischt war.
Der Abdruck seines Hufeisens auf der Burg soll von seinem Pferd stammen.

Im Jahr 1372 wurde der waghalsige Sprung von Eppelein von Gailingen verzeichnet. Neun Jahre später wurde er erneut gefangen genommen und sogleich gerädert und enthauptet.

Dazu drei Fotostories im PDF-Format: